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N wie Nein

Nein zu „Nein“

Dein Hund spricht nicht Deutsch. Das Wort „Nein“ hat also erstmal keine Bedeutung für deinen Hund. Es ist ein Wort wie jedes andere auch. Bedeutung erlangt es, wie alle Wortsignale, erst durch Lernerfahrungen.

Das möchte ich dir gerne anschaulich am Beispiel des allseits bekannten Wortsignals „Sitz“ erklären: Soll sich dein Hund auf „Sitz“ hinsetzen, musst du es erstmal mit ihm üben. Du beginnst nicht „Sitz“ zu rufen und wunderst dich, warum dein Hund dich vielleicht mit fragenden Augen anschaut, aber deinem Wunsch nicht nachkommt. Vielmehr beginnst du, das Wortsignal „Sitz“ mit dem Zielverhalten „Po am Boden“ zu verknüpfen: kurz bevor er sich hinsetzt, sagst du „Sitz“ und belohnst ihn. Das übt ihr dann viele Male und unter steigernder Ablenkung. Denn solange dein Hund in der Wohnung noch nicht zuverlässig auf „Sitz“ reagiert, wird ihm das erst recht nicht vor einem Haken schlagenden Hasen gelingen. Fragst du „Sitz“ allerdings zu oft ab, obwohl dein Hund das Verhalten (noch) nicht ausüben kann, verknüpfst du dein Wortsignal mit einem anderen Verhalten, aber nicht mit Hinsetzen und so wird dein „Sitz“ immer unklarer. Wenn du beim letzten Satz an euren Rückruf denken musstest… Gratuliere! Gut kombiniert!

Zurück zum „Nein“. Hier verhält es sich genauso. Hat dein Hund noch nie in seinem Leben „Nein“ gehört, schlemmt frische Pferdeäpfel am Feldweg und du sagst in ruhigem Ton „Nein“, frisst er wohl erstmal genüsslich weiter. Einerseits, weil ihm das Wort nichts sagt, andererseits, weil er gerade dem Genuss frönt.

Ein „Nein“ als zuverlässiges Abbruchsignal muss also genau wie ein „Sitz“ systematisch geübt werden. Und das ist mit freundlichem und fairem Training möglich.

Leider erlangt „Nein“ aber in der Regel nicht durch gezieltes Training, sondern scheinbar unbemerkt eine Bedeutung. Das liegt daran, dass Hunde nicht nur in einer Trainingseinheit, sondern auch im Alltag lernen. Wie das läuft? Blicken wir der Wahrheit ins Auge. Die meisten Hunde lernen „Nein“ über Schreckreize. Sie hören „Nein“ mit aufgeregter, energischer, lauter oder scharfer Stimme, oft verbunden mit bedrohlichen Gesten wie einem plötzlichen Schritt auf den Hund zu oder Ähnlichem. Sie lernen: Wenn ich „Nein“ höre, wird es zumindest ungemütlich. Die Krux an einem solchen „Nein“ ist, dass sich bei mehrmaliger Anwendung die Reaktion des Hundes darauf ändert. Abhängig von seinem Naturell wird er sich entweder an den Schreck gewöhnen und sich folglich von einem „Nein“ nicht mehr beeindrucken lassen, oder er wird immer empfindlicher auf ein „Nein“ reagieren und sich ängstigen. Beides ist doof! Da sind wir uns mit Sicherheit einig.

Wie du es besser machen kannst? Um es mit den Worten meiner geschätzten Trainerkollegin Katharina Volk von Clever & Smart zu sagen: Baue keine Zäune aus „Nein! Nein! Nein!“, sondern pflastere lieber Wege mit „Ja! Ja! Ja!“. Das A und O von Hundeerziehung ist, erwünschtes Verhalten zu verstärken, Management zu betreiben und Alternativen zu bieten.

Denn dein Hund muss keine Fehler machen, um mittels Korrektur zu lernen was du von ihm willst!

 

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